FAQ: Weiterbildung Diabetesberaterin DDG

by Saskia Kaup

In meinem zweiten Ausbildungsjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, da wo man sich anfängt Gedanken zu machen, wo man später arbeiten und/oder welche Fortbildung man machen könnte, war für mich klar, dass ich Diabetesberaterin DDG werden möchte. Vor ungefähr fünf Jahren habe ich also begonnen die Seite der Deutschen Diabetesgesellschaft zu studieren, um herauszufinden, unter welchen Voraussetzungen ich in diesen Werdegang absolvieren kann und mittlerweile habe ich das Zertifikat.. und kann es immer noch kaum glauben. Ihr wart auf jeden Fall die ganze Zeit dabei und deswegen folgt hier jetzt das FAQ zur Weiterbildung, mit nahezu all den Fragen, die ihr auf Instagram gestellt habt. 

Zugelassene Grundberufe:
(mit midestens 3-jähriger Ausbildungszeit)

  • Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger/in
  • Altenpfleger/in
  • Hebamme/Entbindungspfleger  
  • Medizinische Fachangestellte/r (MFA)
  • Medizinisch-technische Assistent/in
  • Pharmazeutisch-technische-Assistent/in*
  • Diätassistent/in
  • Bachelor, Master oder Diplom-Oecotrophologe/in, Tropholog/in
  • Bachelor, Master oder Diplom-Ernährungswissenschaftler/in
  • Bachelor, Master oder Diplom-Oecotrophologe/in (FH)
  • Bachelor, Master oder Diplom-Gesundheits- und Pflegewissenschaftler/in
  • Bachelor, Master oder Diplom-Berufspädagoge/in für Pflege
  • Bachelor, Master oder Diplom-Pflegepädagoge/in

* Zulassung nur mit Zusatzqualifikation Diabetesassistentin

  • passender, mindestens 3-jähriger, medizinischer Grundberuf (s.o.)
  • Nachgewiesene Tätigkeit im Praxisfeld der Diabetologie während der Weiterbildungszeit (in Krankenhaus, Praxis oder Rehabilitationsklinik) unter Anleitung einer Diabetologin DDG / eines Diabetologen DDG
    • im regulären Kurs: über min. 544 Stunden innerhalb der Weiterbildungszeit (entspricht ca. min. 50% einer Vollzeitstelle). Bei geringerer Teilzeitbeschäftigung, kann die Praxiszeit in maximal 18 Monaten erbracht werden. Zusätzlich 40 Stunden Hospitation in einer weiteren diabetologischen Einrichtung sind obligatorisch während der Weiterbildungszeit nachzuweisen.
    • im Aufbaukurs: über min. 362 Stunden innerhalb der Weiterbildungszeit. Zusätzlich 20 Stunden Hospitation in einer weiteren diabetologischen Einrichtung sind obligatorisch während der Weiterbildungszeit nachzuweisen.
  • Kenntnis über den Weiterbildungsplan (siehe Download unter dem jeweiligen Kursangebot)
  • Da die Weiterbildung im komplexen medizinischen Themenbereich angesiedelt ist, müssen ggf. Deutschkenntnisse im Niveau B2 vorausgesetzt werden. Ein Nachweis ist den Bewerbungsunterlagen beizulegen.
  • erfolgreich durchgeführtes Bewerbungsgespräch 

 

3400 Euro Kursgebühr
300 Euro Anmeldegebühr
200 Euro Prüfungsgebühr
150 Euro Kopien und Skripte

4050 Euro

Zusätzliche Kosten:
Je nach dem, an welchem Standort man die Weiterbildung machen möchte, muss man dort auch für den Blockunterricht die Unterkunftskosten aufbringen.

  • Bad Mergentheim
  • Rheine
  • Berlin
  • Traunstein
  • Regensburg
  • Jena

Während man in einer diabetologischen Praxis oder Klinik arbeitet, muss man parallel dazu am Blockunterricht in der Weiterbildungsstätte teilnehmen. Für diese Zeit wird man im besten Fall vom Arbeitgeber freigestellt. Bei mir waren es sechs Blöcke zu je 14 Tagen, wobei der Block im April auf Grund der Corona Pandemie digitalisiert stattgefunden hat. 

  1. Block 16.09.2019 – 27.09.2019
  2. Block 25.11.2019 – 06.12.2019
  3. Block 03.02.2020 – 12.02.2020
  4. Block 20.04.2020 – 30.04.2020
  5. Block 22.06.2020 – 02.07.2020
  6. Block 21.09.2020 – 02.10.2020
Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft, Oktober 2020
Unterkunft Bad Mergentheim

Ich habe mir in Markelsheim und Weikersheim zwei schöne Airbnb Wohnungen rausgesucht, die ich abwechselnd, je nach Verfügbarkeit für die Kurszeiten gebucht habe. Einerseits waren die Buchungen natürlich viel günstiger, als das Hotel direkt neben der Diabetesklinik, aber vor allem war es mir wichtig flexibel und unabhängig zu sein. Nachteil war jedoch, dass ich morgens mit dem Auto zur Schule fahren musste, aber naja, ich fahre auch so jeden morgen mit dem Auto zur Arbeit, also hat mir das nicht so viel aus gemacht. 

Zum größten Teil wurde meine Weiterbildung von meiner Chefin übernommen und auch durch einen Bildungsgutschein gefördert. Ich musste dafür jedoch auch einen zusätzlichen Vertrag unterschreiben, indem auch ein Eigenanteil definiert war, den ich aufbringen musste.

An der Stelle kann ich euch nur raten, dass Gespräch mit eurem Arbeitgeber zu suchen. Immerhin ist die Weiterbildung nicht nur kostenaufwändig sondern auch qualitätssteigend für die Praxis/Klinik. In unserem Kurs war nur Madlin, die Typ 1 Diabetikerin oben auf dem Bild, die die gesamte Weiterbildung selbst finanziert und in ihrer Freizeit absolviert hat. Ansonsten wurden alle anderen Teilnehmerinnen im Kurs durch ihren Arbeitgeber unterstützt.  

Leider gibt es keine Vorgaben zum Gehalt der Diabetesberaterin DDG. Deswegen hatten wir während der Weiterbildung eine Unterrichtseinheit dazu, in der uns eine Spanne zwischen 2800 – 3800 Euro genannt wurde. Letztendlich kommt es auf die eigenen Gehaltsverhandlungen an, bei der vor allem die Argumentation wichtig ist, um das gewünschte Gehalt zu rechtfertigen. 

  • Berufserfahrung
  • Fort- und Weiterbildungen (75 Punkte in den letzten drei Jahren)
  • technische Kenntnisse werden immer relevanter
  • Pumpentrainerscheine
  • Zertifizierung durch Durchführung qualifizierter Schulungsprogramme, wie zum Beispiel:  
    • MEDIAS Basis
    • MEDIAS ICT
    • Flash
    • HyPos

Klar, kann man parallel arbeiten. Madlin hat zum Beispiel ihre stationäre Anstellung auf 70% reduziert und begonnen 15 Std. in der Woche in einer diabetologischen Praxis zu arbeiten. Jetzt macht sie sogar noch weitere Gruppenschulungen ein mal wöchentlich für eine andere Praxis. Abwechslung pur – so kann man sich das natürlich zusammenstellen oder auch um die Arbeit im freiberuflichen Bereich erweitern. Hauptsache es macht einem Spaß!

Natürlich hatte ich durch meinen eigenen Diabetes Vorkenntnisse, die es mir insbesondere bei der Technik, Pumpen, Sensoren und Ausleseprogrammen, einfach gemacht haben, dem Unterricht zu folgen. Doch das ist bei weitem nicht alles. Ich musste selbst für die Pathophysiologie des Typ 1 Diabetes Karteikarten schreiben um das neu erworbene Fachwissen zu vertiefen. Also nein, der eigene Diabetes reicht nicht aus, um den Ansprüchen der Weiterbildung gerecht zu werden. 

  • Betreuung und Beratung von Patienten mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes sowie von Schwangeren mit Gestationsdiabetes
  • Anamnese diabetesbezogener Daten und Beurteilung des zu beratenden Patienten
  • Begleitung der adäquaten Umsetzung der ärztlich angeordneten Therapie
  • Empfehlung von Heil- und Hilfsmitteln für die Versorgung der Patienten
  • Bedürfnis- und patientenorientierte Beratung nach aktuellen wissenschaftlichen Standards und Leitlinien
  • Kreative Problemlösungen bezogen auf die spezifische therapeutische, ethische, kulturelle und soziale Situation der Patienten
  • Empowerment für ein optimales Selbstmanagement der Betroffenen
  • Freiberuflich oder angestellt in Hausarztpraxen, Diabetologischen Schwerpunktpraxen und Kliniken 

Das ist die Definition des Berufsbild der Diabetesberatung vom VDBD, dem Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. 

Weiterbildung Diabetesberaterin DDG

Ein wunderschönes Jahr. . .

ist nun zu Ende und ich bin überaus glücklich diesen Meilenstein für mich erreicht zu haben. Doch einen kleinen Nachteil oder viel mehr ein erschreckenden Wissenszuwachs hatte die Weiterbildung doch für mich und damit meine ich das Thema Folgeerkrankungen. Die Dozenten merken sich ja nicht, wer und ob jetzt jemand im Kurs Typ 1 hat und dementsprechend muss man einerseits das Wort „Diabetiker“ irgendwann einfach nur noch überhören und andererseits ab können, dass man mit Statistiken belegt bekommt, in welchem Ausmaß die eigenen Folgeerkrankungen sein werden. Hier wird auf jeden Fall eine gewisse Stärke gefordert um diese Tatsachen verarbeiten zu können. 

Was ich euch mitgeben möchte:

Sammelt auf jeden Fall noch vor dem Start der Weiterbildung Erfahrungen im Bereich der Diabetologie und Diabetesberatung. Es war für mich ein großer Vorteil, dass Beratungen und Schulungen nichts Neues für mich waren. 

ist eine sehr empfehlenswerte App zum lernen während der Weiterbildung. Ihr habt die ganzen Leitlinen der deutschen Diabetesgesellschaft mobil auf dem Handy und immer mit dabei. 

Keine Werbung – aber sucht euch eine schöne Ferienwohnung in eurem Kursort, anstatt ein teures Hotel zu buchen. Ich hab’s geliebt, meinen Alltag genau so flexibel wie zu Hause zu gestalten und es hat niemanden gestört, wenn ich mir nachts einen Kaffee gekocht habe, um weiter zu lernen 😉

Ich weiß, wenn 24 Mädels aufeinandertreffen, kann das schnell ausarten… aber durchatmen: Die Weiterbildung ist Teamwork und der Austausch miteinander ist und bleibt auch über die Weiterbildung hinaus ein wichtiger Bestandteil.

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1 Kommentar

Melanie Gilzer 03.10.2019 - 23:36

Sehr schön geschrieben! Das wird eine harte Zeit in Bad Mergentheim aber der Kurs ist einfach nur Spitze. Da freut man sich richtig auf den nächsten Block.
Mein Selbstversuch läuft nun schon den vierten Tag- und eins weiss ich. Ich berate gerne -aber Rollen tauschen – ungern. Kann jeden verstehen der mal eine Auszeit vom Diabetes braucht. Ich habe derzeit die 640G anhängen. Würde gerne noch den Omnipod testen. Mal sehn ob ich unsern Vertreter überreden kann.
Ich freu mich dich schon bald wieder zu sehn. P.s. tolle Photocollage

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