CGM Dexcom Lifestyle

Guardian oder Dexcom?

Nachdem ich den Dexcom G5 zur Probe tragen durfte stand ich genau vor dieser Entscheidung. Zuvor war mir das irgendwie egal. Meine Diabetesberaterin hat mir den Guardian Connect empfohlen, dafür einen Antrag geschrieben und dieser wurde sofort genehmigt. Ich befand mich also in der Wartezeit, da Medtronic nicht liefern konnte und fing an mir Gedanken zu machen.

Welches CGM passt zu mir?

Um das zu beantworten brauchte ich Informationen. Ich wollte Vor- und Nachteile über beide Systeme miteinander vergleichen und bin auf der Suche danach fast verzweifelt. Letztendlich habe ich mir alle Informationen hauptsächlich durch Freunde zusammen gesucht und mich daraufhin für den Dexcom G5 entschieden. Aber es geht nicht um meine Entscheidung, sondern möchte ich euch an meiner Zusammenfassung teilhaben lassen. Zu dem Zeitpunkt hätte ich mir nämlich eine genau solche Übersicht gewünscht. Die folgende Tabelle zeigt nun also die Eigenschaften beider Systeme auf, die für mich Priorität haben. Das rosane Sternchen zeigt meine Favoriten.

Guardian Connect

Dexcom G5

Tragedauer: 6 Tage (Verlängerung möglich)

Tragedauer: 7 Tage (Verlängerung möglich)*

nicht ausschließlich zur Therapie zugelassen

ausschließlich zur Therapie zugelassen*

flach und unauffälliger*

größer und offensichtlicher

Transmitter muss geladen werden

Transmitter muss nicht geladen werden*

zeigt ohne Kalibrierung keine Werte an

zeigt ohne Kalibrierung Werte an*

kostengünstiger*

kostenaufwendiger

Warnung an andere Personen per SMS

Follow App ermöglicht anderen immer Einsicht*

Ohne Kalibrierung keine Werte mehr?

Ja, beide Systeme fordern alle 12 Stunden einen Blutzuckerwert zur Kalibrierung an. Ab genau diesem Moment zeigt der Guardian keine Werte mehr, bis der Kalibrierungswert eingegeben wurde. Der Dexcom hingegen weist nur auf die Kalibrierung hin, zeigt aber trotzdem noch Werte an und alarmiert. Für mich war das ein sehr wichtiger Aspekt, den ich vorher gar nicht hinterfragt habe. Ehrlicherweise nehme ich mein Testgerät seit dem Freestyle Libre nur noch selten mit. Und besonders wenn ich unterwegs bin, möchte ich mich auf meine Werte verlassen können und nicht auf einmal ohne CGM-Daten da stehen, weil ich mein Messgerät sowie die Kalibrierung vergessen habe.

Ladestation für den Transmitter

Ich bin eine Chaosqueen. Ich würde doch ständig dieses Ladegerät vergessen. Und dann bin ich wieder unterwegs ohne CGM-Daten. Bei dem Guardian Connect ist es so, dass bei jedem Sensorwechsel der Transmitter aufgeladen werden muss. Auch wenn ich den Sensor verlängern wollen würde, müsste ich den Transmitter vom Sensor lösen und auf die Ladestation setzen. Anschließend könnte ich zwar den Sensor trotzdem verlängern, aber mir persönlich ist das zu kompliziert. Auf der anderen Seite ist es natürlich nachhaltiger den Transmitter laden zu können. Der Transmitter vom Dexcom hingegen muss zwar nicht aufgeladen, dafür aber alle 3 Monate ausgetauscht werden.

Prioritäten- und Favoritenliste

Meine Entscheidung ist aber nicht gleich auch eure. Schreibt eine eigene Prioritätenliste und markiert eure Favoriten. Beide Systeme haben auch noch andere Eigenschaften, die mir vollkommen egal waren und für euch vielleicht wichtig sind. Ihr könnt zum Beispiel noch folgende Aspekte mit einbeziehen.

Guardian Connect

Dexcom G5

Transmitter nachhaltig durch Ladung

Transmitteraustausch alle 3 Monate

Setzhilfe wiederverwendbar

Setzhilfe nicht wiederverwendbar

App kann vorherige Tage zeigen

App zeigt nur die letzten 24 Stunden

Auslesen mit Carelink

Auslesen mit Clarity

Darstellung: Glucosekurve als Linie

Darstellung: Glucosekurve aus Punkten

Warum ist der Dexcom teurer?

Der Kostenpunkt steht sogar noch mit auf meiner Prioritätenliste, denn der Preisunterschied ist wirklich enorm. Letztendlich werden beide Systeme sowieso von der Krankenkasse bezahlt, aber dennoch war das ein Punkt den ich hinterfragen wollte. In dem Zusammenhang bin ich auch auf einen anderen Punkt, der seinen Platz auf meiner Liste gefunden hat, gestoßen. Der Dexcom G5 ist ausschließlich zur Therapie zugelassen und der Guardian Connect nicht. Um das genau zu verstehen müssen wir das Kleingedruckte lesen. Letztendlich bedeutet es, dass der Dexcom bei der Zulassung, den Anforderung der Genauigkeit gerecht wird, ausschließlich die Grundlage für Therapieentscheidungen zu sein. Der Guardian kann diese speziellen Anforderungen nicht erfüllen. Trotzdem sind jedoch beides rtCGM-Systeme.

Welches ist das bessere CGM-System?

Beides sind tolle CGM-Systeme die ihren Sinn und Zweck erfüllen. Es gibt also für mich kein System welches das Bessere ist, sondern nur eins was besser zu mir und meinen Alltag passt. Also finde ich es wichtig, dass jeder die Systeme miteinander vergleichen kann und diese Informationen auch zugänglich sind. Ihr könnt mir gerne bei Fragen eine Nachricht schicken oder ein Kommentar schreiben. Ich kann nämlich vollkommen verstehen, dass man für diese Entscheidung viele Informationen und ein paar Tage Bedenkzeit braucht. Schließlich habe ich mir die Zeit auch genommen.

Die Fotos von dem Guardian durfte ich von Lisabetes verwenden. Vielen Dank <3

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2 Comments

  • Reply
    Sophie
    21.04.2018 at 20:52

    Liebe Saskia,

    Vielen Dank für diesen Blogpost! Ich stehe nun vor der gleichen Entscheidung und bin auch fast verzweifelt bei der Suche nach einer Verleichstabelle…
    Beide Probetragen ist laut meiner Krankenschwester etwas schwierig, weil es hier in Luxemburg nicht so viele Leute gibt die das haben und die Firmen deswegen auch nicht für alle Krankenhäuser Probesets haben.
    Ich habe bis jetzt den Freestyle Libre und möchte auf ein CGM umsteigen, nur welches, ist die Frage die sich stellt :-)

    Liebe Grüsse,

    Sophie

  • Reply
    Axel
    04.11.2018 at 12:33

    Liebe Saskia,

    Danke auch für die Mühe! Jetzt verstehe ich auch, warum Dexcom viel teurer ist Guardian Connect.
    Zum Glück bezahlt das in Deutschland noch die Krankenkasse. In den USA und in noch ärmeren Ländern können sich das nur reiche Menschen leisten bei den extremen Kosten!
    Ich habe einen Guardian Connect ohne Pumpe.
    Mich stört am meisten das alle mit rt, also Real Time werben, es aber in Wirklichkeit kein Echtzeitsystem ist.
    Es wird der Gewebezucker gemessen und nicht der Blutzucker. Gewebezucker hinkt dem Blutzucker immer 20 bis 30 Minuten hinterher. Genau in dieser Zeit kann es schon extreme Blutzuckeranstiege und -abfälle geben. Dadurch kann man schon die falschen Gegenmaßnahmen treffen. Man muss etwas Ruhe bewahren um nicht zu schnell zu reagieren sonst gibt es ein ständiges auf und ab der Werte. Letzten Endes ist man am Ende des Tages ziemlich “fertig”.#
    Zwei von der Krankenkasse gestellte Systeme zu testen finde ich alles andere als simpel. Falls die KK überhaupt mitmacht.
    Sich an ein System zu gewöhnen, -mit allen Eigenheiten und Tücken, dauert nicht nur einen Tag sondern Wochen!

    Ein weiterer Punkt ist der, dass ich den Guardian Connect in meinen Tauchurlauben nicht mitnehme weil das Ganze nicht tiefer als 2m mitgenommen werden darf. Zusätzlicher Stress beim Handling führt auch nicht zu mehr Sicherheit sondern zu weniger Sicherheit. Da messe ich lieber konventionell auf dem Boot oder woanders. Um so mehr gebraucht wird, umso abhängiger wird man, das alles perfekt, dauerhaft funktioniert oder man etwas vergisst. Eine Pumpe kommt deswegen noch nicht so schnell in Frage.

    Ich denke aber, das Medtronic auch bald einen Nachfolger hat, wie das Dexcom G6, wo kalibrieren alle 12 Stunden nicht mehr notwendig ist. Und die Tragedauer auch 10 Tage ist, statt 6 Tage. Hoffentlich scheitert das nicht an der Dexcom Lizenz.
    Insgesamt sind beide Systeme wertvoll, -vor allem wenn man Unterzucker Wahrnehmungsprobleme hat wie ich.
    Ausgeglichener, normaler Blutzucker verbessert das Tagesgefühl ungemein. Ganz zu schweigen vom Rettungsdienst.

    Viele Grüße,
    Axel

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