Ich, Diabetikerin?

by Saskia Kaup

Nein, nicht so richtig. Als ich am 31.07.2007 erfuhr, dass ich Diabetes Typ 1 habe, war das erst Mal gar nicht schlimm. Das erste Jahr habe ich mich sehr gut arrangiert und mit meiner Mama gemeinsam gelernt, was wir nun alles beachten müssen. In diesem erfolgreichem Jahr senkten wir mein HbA1c von 13,6% (bei Manifestation) auf 7,2%. Doch dann zeigte sich meine Akzeptanzstörung: Ich wollte keine Diabetikerin sein. Ich wollte normal sein.

In den folgenden Jahren habe ich gelernt, wie ich am besten meinen Diabetes ignorieren und verstecken kann. Mein Messgerät flog in die Ecke und meinen Pen benutzte ich vielleicht 1x täglich, wie viele Einheiten? Ja, ähm. So nach Gefühl. Lange Zeit habe ich diesen gefährlichen Lebensstil gemanagt, bis ich mit 15 Jahren eine lebensbedrohliche Ketoazidose hatte.

Ich wollte mich um meinen Diabetes sorgen. Ich wollte messen, Kohlenhydrate ausrechnen und Insulin spritzen. ich konnte nicht. Es ist schwer nachzuvollziehen, ich weiß. Doch es war wie eine Blockade in mir. Mein Messgerät, mein hübscher rosaner Lillypen, ich hatte immer alles dabei. Gerne würde ich behaupten, dass ich es vergessen hätte, aber das wäre gelogen. Mir war klar, dass ich Diabetes habe, aber ich wollte es nicht wahrhaben.

Mein persönliches und öffentliches Tagebuch

Ich habe immer für mich selbst geschrieben. Alle Gefühle in Tagebücher und auf einzelne College Block Seiten gekritztelt und archiviert. Für mich war das die Möglichkeit Erlebtes zu verarbeiten – bis ich die Diabetes Community online kennenlernte und sofort wusste: Jetzt wird mein Tagebuch öffentlich. Innerhalb der Community habe ich gelernt, dass ich normal bin, nicht perfekt sein muss und vor allem, dass ich nicht alleine bin. Hier begann mein Weg, stärker als die Akzeptanzstörung sein.

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