The way to pump

Mein erster Urlaub mit Pumpe

Welcome back in Germany. Letzte Woche, in der Nacht von Freitag auf Samstag sind wir wieder am Düsseldorfer Flughafen gelandet, nachdem wir 14 Tage unsere Zeit am Pool, am Strand und in der Sonne, in Ägypten, verbracht haben. Und natürlich ist so einiges passiert, was ich gerne mit euch teilen möchte. Also zurück zum Anfang.

Kofferpacken: Was muss alles mit?

Ich habe mir eine übersichtliche Liste auf eine Karteikarte geschrieben und nach und nach alles abgehakt. Insuline und Pens, Pennadeln und Einmalspritzen, Katheter und Inserter, Desinfektionsmittel, Blutzuckermessgerät und Teststreifen, Freestyle Libre Sensoren, Traubenzucker, Batterien für meine Pumpe und meine verschiedenen Pumpentaschen, Ausweise und das ärztliche Attest darüber, dass ich Diabetikerin bin, eine Insulinpumpe trage und Insulin mit mir führe. Außerdem hatte ich noch Ketonstreifen dabei und meine Kühltasche für die Insulinpens. Alle Utensilien waren auf unsere beiden Koffer aufgeteilt, außer ein paar Katheter und Desinfektionsmittel, der Inserter und Traubenzucker. Diese Sachen waren in meiner Handtasche sowie natürlich auch mein Lesegerät. Die Insuline waren alle zusammen in einer etwas größeren Kühltasche und in Andy seinem Rucksack verstaut. Irgendwie wäre mir unwohl dabei, die auch mit in den Koffer zu packen und deswegen habe ich die lieber in meiner Nähe. Je nachdem wie die Koffer beim Ein- und Ausladen des Flugzeuges geschmissen werden oder wie die Temperaturen im unteren Teil des Flugzeuges sind, ist mir das so sicherer. Wichtig war mir aber, dass alle Sachen aufgeteilt in den Koffern sind und dass das Wichtigste zum Überleben im Handgepäck ist. Schließlich kann es immer mal passieren, dass ein Koffer im falschen Flugzeug landet und erst später ankommt als ich.

Wohin mit der Pumpe?

Also meine Pumpe hing eigentlich immer sowie auch zu Hause, am BH bzw. an meinem Bikinioberteil. Ich trage einen 60cm langen Schlauch und der lässt mir genug Freiheit. Selbst wenn der Katheter am Oberschenkel sitzt, reicht der Schlauch noch bis zum BH und irgendwie habe ich sie dort tagsüber auch am liebsten. Nachts stecke ich sie meistens innen in den Hosenbund meiner Schlafhose. Insgesamt bin ich ziemlich zufrieden mit meinen Tragestellen, denn Pia stört mich überhaupt nicht. Ganz unerwartet, denn ich dachte wirklich, dass ich sie manchmal als störend empfinden könnte. Mittlerweile trage ich sie in der Pumpentasche, die eigentlich für die Accu Check Combo gedacht ist. Die passende Pumpentasche von Ypsomed finde ich doch sehr klein und unhandlich im Alltag und deswegen habe ich schnell eine Alternative gefunden. Obwohl bei den vielen Alternativmöglichkeiten die es gibt, wird dies bestimmt auch nicht die letzte Tasche sein.

Mit Pia am Strand und am Pool

Auf der Liege hing sie meistens noch am Bikinioberteil oder lag, versteckt unter dem Handtuch, im Schatten. Zuvor hatte ich ein paar andere Pumpenträger gefragt, ob sie ihre Pumpe im Urlaub besonders kühlen. Immerhin gibt es für Pens ja auch besondere Kühltaschen. Aber ein Schattenplätzchen für die Pumpe sollte wohl ausreichen und das hat es auch. Im Pool hab ich sie immer kurz abgeklemmt und anschließend wieder dran. Eigentlich ist die Ypsopump sogar wasserdicht, aber ich wollte irgendwie nichts riskieren, zumal ich auch keine Ersatzpumpe dabei hatte und so war ich lieber auf der sicheren Seite. In den ersten Tage habe ich den Katheter noch am Bauch und an der Hüfte getragen. Auch am Oberschenkel habe ich einen gehabt, der leider keinen Tag, den Herausforderungen Sonnencreme, Pool und warme Temperaturen, stand halten konnte. Doch nach dem ich dann etwas braun geworden war, fand ich diese weißen Kreise nach dem Entfernen des Katheters doch nicht mehr so schön und habe mich entschieden die nächsten Katheter sehr oberhalb am Gesäß zu setzten. Also ganz knapp unter dem Bikinihosenrand versteckt. Wichtig ist nur darauf zu achten, dass der Katheter nicht auf der Fläche liegt, wo man sich drauf setzt. Noch eine Alternative wären natürlich UV-durchlässige Katheterpflaster ;)

Herausforderung: Kohlenhydrate

Direkt am zweiten Tag, lag ich nichtsahnend am Strand in der Sonne und schlürfte eine Cola light. Pustekuchen! Das war normale Cola und mein Wert fast bei 300mg/dl. Im ersten Moment war ich nicht ganz sicher, später aber habe ich noch mal die Cola mit dem BZ-Gerät getestet und der Verdacht hatte sich bestätigt. Mensch! Sowas ärgert mich, nicht nur in Ägypten, sondern auch in jedem anderen Lokal, welches man besucht. Aber auch generell war das Essen schwer zu berechnen, vor allem bei den Brötchen brauchte ich ein paar Tage um die richtig zu schätzen.

Besondere Momente

Diabetes ist ja eigentlich unsichtbar, besonders bei denen, die Pens benutzten. Aber wenn man selbst Diabetes hat, bemerkt man doch alles und erkennt sofort wer sich auch mit dem Monster beschäftigt. Andy hat ein morgen gesehen, wie eine andere Diabetikerin, gegenüber am Pool, ihren Pen direkt dem Kellner gibt und der hat ihn ganz selbstverständlich mitgenommen und in den Kühlschrank gelegt. Natürlich gibt es auch Kühltaschen, aber trotzdem ein top Service im Hotel, wie ich finde. Und immerhin gehört ja auch noch ein wenig Aufklärung dazu und anscheinend wissen die Kellner Bescheid.

Herzrasen: Wo ist mein Libre Gerät?

Am späten Nachmittag sind wir zurück auf’s Hotelzimmer und nach dem Duschen wollte ich eben meinen Wert scannen, aber wie ohne Gerät? Ich habe alle Taschen durchsucht, das Hotelzimmer auf den Kopf gestellt. Weg! Ich habe dann kurz drüber nachgedacht, wann ich das letzte Mal gescannt hatte und es musste irgendwo am Pool sein, an unseren Liegen. Auch dort haben wir alles abgesucht und sind nicht fündig geworden. Ich bin fast durch gedreht. Der Sensor war erst zwei Tage jung, mit meinem IPhone kann ich nicht scannen und wer hat schon Lust im Urlaub ständig Blutzucker zu testen, wenn man doch den Luxus des FGM’s haben könnte? Wir sind schließlich zur Rezeption und haben dort gefragt, ob jemand etwas gefunden und abgegeben hat. Immerhin ist das Libre Gerät kein Smartphone. Nahezu niemand kann damit etwas anfangen und würde es deshalb behalten. Der Gedanke hat mich beruhigt, während der Mann an der Rezeption herum telefonierte für mich. Nachdem wir ungefähr 30 Minuten gewartet haben kam dann ein anderer Angestellter aus dem Hotel auf uns zu und gab mir mein Gerät. Leben gerettet! Von diesem Tag an habe ich es auch nicht mehr aus den Augen gelassen :)

Karaf statt Insulin?

Wir kennen es alle. Das Heilmittel gegen Diabetes! Karaf ist, wenn ich das richtig gelesen habe, Sellerie. Und soll vielleicht auch eine senkende Wirkung auf den Blutzucker haben, aber bestimmt keine heilende. Es war aber ganz süß, als der Hotelanimateur davon erzählte. Aber trotzdem tausche ich meine Pumpe nicht gegen Karaf ;)

Insgesamt war ich doch sehr zufrieden, vor allem mit meinen Werten. Ich hatte zuvor nämlich damit gerechnet, dass mir das unbekannte Essen immer wieder eine Spitze in die Kurve zaubert. Aber irgendwie hat alles überraschend, super geklappt. Wie schaut denn eure Urlaubsplanung in diesem Jahr aus und wie speziell bereitet ihr euch auf Urlaube vor?

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