The way to pump

Die erste Zeit mit Pumpe

Am 24.04.2017 war es soweit, der Termin um 10:30 Uhr, zum Anlegen meiner Pumpe. Ich war so unglaublich glücklich. An dem Tag habe ich kein Basalinsulin gespritzt, damit sich die Basalrate der Pumpe nicht mit dem Levemir überschneiden konnte. In der Praxis war meine Diafee und eine Beraterin von DiaExpert, die mir schließlich die Pumpe erklärte. Das ging alles ziemlich schnell, schließlich ist die Ypsopump auch sehr verständlich und dann durfte ich schon den ersten Katheter setzen. Ich bin aus der Praxis als stolze Pumpenträgerin raus, aber das all das nur für drei Monate zur Erprobung ist, hat mir deutlich Angst gemacht.

Die Pumpe – ein Gegenstand immer an meinem Körper

Diese Tatsache war der Grund warum ich nie eine haben wollte. Ich hatte mich auch nie wirklich mit den Vorteilen einer CSII auseinandergesetzt. Als ich wusste, die muss ständig an meinem Körper sein, war das Thema für mich durch! Damals in der Kinderambulanz weiß ich noch, wie alle mir versucht haben, eine Pumpe anzudrehen. Nein! Irgendwann wird man doch aber älter und reifer. Und man beginnt sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen. Und mit einem HbA1c über 9%, raubten mir auch Gedanken über Folgeerkrankungen den Schlaf. Jetzt ist meine Pia kontinuierlich an meinem Körper und überraschend: Sie stört mich gar nicht! Ich ärgere mich so sehr, dass ich diese Vorteile nicht schon eher nutzen wollte.

An dieser Stelle kann ich jedem empfehlen, es auszuprobieren. Ich konnte mir diesen „Fremdkörper“ auch nicht an mir vorstellen und nun möchte ich ihn nicht mehr hergeben. Der Fremdkörper hat einen Namen bekommen und ich hoffe, dass er nach der Erpobungsphase teil meines Lebens bleiben darf.

Pumpentasche und wo trage ich die dann?

Zuerst hatte ich diese grüne Silikonhülle und hab mir die an den Hosenbund geklippt. Andy und ich sind dann aber sofort nach Dortmund gefahren, in den DiaExpert Shop, wo ich mir dann die schwarze Stofftasche, passend für die Ypsopump ausgesucht habe. Mich hat die aber nicht glücklich gemacht, weil die so klein ist und ich die komplette Tasche immer von meinem BH ab machen musste um einen Bolus abzugeben. Insgesamt war es also ziemlich unhandlich und ich wusste, dass ich damit noch nicht glücklich war. Samstags war ich dann schließlich bei Maggy (Diapolitan). Sie trägt die Accu-Chek Spirit Combo und bekommt nur die passenden Taschen dazu von ihrer Krankenkasse bezahlt. Mittlerweile näht Sie sich aber ihre eigenen Taschen, weil die passende für die Combo, ihr nicht gefällt. Dafür aber mir um so mehr! Letztendlich konnte ich drei, sogar noch neu eingepackte Combo-Taschen abstauben und hab bisher auch noch keine andere ausprobiert, weil ich mit der wirklich zufrieden bin.

Wohin mit der Pumpe? Tagsüber seitlich an den BH, nachts von innen in den Hosenbund geklippt. Ich hab’s immer noch nicht ausprobiert, sie einfach nur neben mich zu legen. Ich Angsthase! Aber dennoch gefallen mir diese beiden Varianten sehr gut und die Pumpe stört nicht.

Die Umstellung; Was muss alles in die Handtasche?

Zuvor hatte ich immer nur mein Pen und mein Lesegerät für das Libre mit. Ja klar, und Traubenzucker. Aber das fliegt bei mir sowieso überall herum. Jetzt heißt es: Einmalspritzen, Setzhilfe, einen Ersatzkatheter und Desinfektionsmittel. So die Empfehlung bei der CSII-Schulung. Das Desinfektionsmittel habe ich ersetzt durch die Desinfektionstücher, die immer bei den Freestyle Libre Sensoren dabei sind. Und in den ersten Wochen hatte ich auch wirklich immer alles dabei… aber mittlerweile ist doch nicht mehr alles in der Handtasche. Ich hab’s einfach nie wirklich gebraucht und immerhin sind Frauenhandtaschen sowieso kompliziert. Da muss man es sich ja nicht noch komplizierter machen ;) Nein, ich hab wirklich das Glück, dass ich keinen weiten Arbeitsweg habe und wenn wirklich etwas wäre, könnte ich binnen 10 Minuten zu Hause sein. Außerdem kann man mit Einmalspritzen auch schon viel Zeit überbrücken. Das gibt mir einfach ein sicheres Gefühl. Wenn ich aber weiter weg fahre, wie z.B. mit der Familie zusammen nach Holland zum shoppen und einkaufen, dann ist aber alles dabei! Wie machen das eigentlich die Männer? Ihr habt doch gar keine Handtasche..

Schreibt mir gerne noch mehr Alternativen in die Kommentare. Vielleicht im Auto was zur Sicherheit haben? Sowie auch die Hypohelfer im Handschuhfach?

Gedanken um die Insulinverschwendung

Während der CSII-Schulung mussten wir in den ersten Tagen immer wieder neue Katheter setzen, um die Vorgehensweise zu verinnerlichen. Und am dritten Tag musste ich auch die Ampulle wechseln, obwohl da noch knapp 20 IE drin waren plus die 12 IE, die in den Schlauch verbleiben. Das sind 32 IE gewesen, die ich in den Müll geschmissen habe, während andere Menschen auf dieser Welt, an Diabetes sterben, weil sie kein Insulin zu Verfügung haben.

Irgendwann in meinem Newsfeed habe ich dann aber auch das Gegenargument gelesen, dass wir ja wenn wir Insulin mit dem Pen spritzen auch immer eine Einheit vorher abgeben, um zu schauen ob die Nadel durchlässig ist. Und wenn man das hochrechnet, verschwenden wir dadurch auch viele Insulineinheiten. Aber wirklich so viele, wie die, die im Katheterschlauch verbleiben? Alle drei Tage? Irgendwie möchte ich da gar nicht drüber nachdenken..

Wie sind meine Werte?

Mit meiner Pia einfach viel besser. Sehr ausschlaggebend dafür sind meine Morgenwerte, die nicht mehr über 300mg/dl liegen. Ich hatte zuvor unglaubliche Schwierigkeiten mit dem Dawn-Phänomen und natürlich hat es mir die Motivation geraubt, wenn man jeden Tag so schlecht startet. Jetzt sieht das alles viel schöner aus und es spornt mich an. Nachdem die Basalrate passte, habe ich mich sofort mit den Spitzen nach dem Essen auseinandergesetzt. Ich wollte mehr über FPE wissen und bin nun dabei meine Erfahrungen zu sammeln bezüglich verzögerte Bolusabgaben. Ich bin also viel motivierter mit dem richtigen Werkzeug in der Hand lässt sich die Diabetestherapie deutlich besser gestalten, aber dennoch ist die Motivation immer noch von einem bisschen Angst geprägt, dass die Pumpe nach der Erprobungsphase nicht genehmigt wird.

3 Comments

3 Comments

  • Beate_putzt

    Hallo Saskia,
    das liest sich gut! Viel Spaß beim Eingewöhnen.
    Ich nehm bei längeren Fahrten/Reisen alles mit. Mein Lieblingsclub ist 1 Stunde vom Wohnort entfernt, da deponier ich vorsichtshalber immer einen Katheter im Auto.
    Zur Trageweise von Schlauchpumpen: https://beateputzt.com/2015/11/12/8-bequeme-wege-eine-schlauch-insulinpumpe-zu-tragen/
    Viele Grüße, Beate

  • claraaaa;p

    Ich bekomm die gleiche Pumpe…hab heute das erste mal von ihr gehört.fand die schon ganz schön,aber hat man manchmal Probleme mit dem Display,weil es so klein ist?und tut der katheter manchmal weh? Diese Geschichten sind aber der Hammer und helfen mir sehr viel weiter die Pumpe zu verstehen ;)))

    • Sassi

      Hey, also ich finde das Display überhaupt nicht zu klein und die Pumpe auch sehr leicht zu bedienen. Die Icons sind verständlich und die Handhabung super leicht im Alltag. Ich hab mich in dieses schlichte, unauffällige Design verliebt. Ich glaube jeder Katheter sitzt mal schlecht und zwickt irgendwie. Ich hatte bisher zwei oder drei Anläufe, wo es mir beim setzten etwas weh tat und danach alles wieder gut war. Mit der Zeit sammelt man da bestimmt ganz unterschiedliche Erfahrungen und ich bin auch noch ganz am Anfang. Dir ganz viel Spaß mit der neuen Pumpe ♥
      Liebe Grüße, Saskia

Leave a Reply

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen