Feelings

Wenn ich zurück blicke

04.03.2015
Insulin: Lillypen

Ich bin seit acht Jahren Diabetikerin und seit etwa sieben Jahren, war mein Hba1c nicht unter 9,3 %. Hervorragendes Gefühl das aufzuschreiben, aber vielleicht ist es auch der Motivationsgrund etwas zu verändern. Vor drei Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen gezogen. Zu den Zeitpunkt war ich 17 Jahre alt und gut betreut von meiner Kinder-Diabetes Ambulanz. Doch als ich volljährig wurde war ich gezwungen mir einen Diabetologen zu suchen.
Wie nett, dass auf meinen Ausweis nun steht, dass ich volljährig bin. Heißt das nun, dass ich erwachsen bin? Ich war noch nicht bereit dafür, meine Kinderambulanz zu verlassen.

Na wie schön, dass man mir meinen Diabetes nicht ansieht

Denn das einzige, was ich wirklich gelernt habe, ist wie man den Diabetes am besten ausblendet und ignoriert. Meine Jugend war geprägt von Methoden, wie ich den Schein aufrecht erhalten kann, meinen Diabetes gut zu versorgen. Ich habe nicht nur meine Familie, Freunde und mein allgemeines Umfeld belogen – letztendlich habe ich mich selbst belogen. Trotz den ständigen Kontrollen meiner Mama habe ich bis hin zu einer Ketoazidose geschafft, die mich 3 Tage lang ins Koma fallen ließ und ohne ein Wort darüber zu verlieren, schickte mich mein volljährig anzeigender Ausweis auf den Weg des Erwachsenwerdens.

Frei oder allein?

Ich hatte nicht mehr das Gefühl kontrolliert zu werden. Ich musste meiner Mutter keine Werte mehr zeigen, oder mich rechtfertigen. Zudem hatte ich einen Diabetologen, den ich nur zum Rezeptverschreiben angetroffen habe. Ich war allein und sollte eine verantwortungsbewusste Diabetikerin sein? Nein, ich habe es mir zur Hauptaufgabe gemacht, die Fassade aufrecht zu erhalten. Ich wollte doch gesund sein. Doch hat diese Fassade nicht manchmal gebröckelt? Hat man mir nicht angesehen, dass ich träge und lustlos in den Tag gestartet bin und mich alltägliche Aufgaben ausgelaugt haben? Nur wer hätte mir helfen sollen, wenn ich mir nicht mal selbst helfen wollte?

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