Feelings

Feelings which no one says

10.03.2015
Eine Diagnose, eine chronische Krankheit, Diabetes Typ 1.

Welch ein Abenteuer! Ein Messgerät, Blutzuckerkontrollen, eine Insulinspritze, neue Eindrücke. Wie erlebe ich meinen Körper? Wie fühle ich mich? Geschmeichelt von der Aufmerksamkeit. Die einzige Diabetikerin an der weiterführenden Schule. Die Mitschüler wollten sich selbst Stechen und den eigenen Blutzucker testen. Welch tolle Werte. Es sind konstante Wunschwerte. Wieso müssen meine Blutzuckerwerte immer schwanken? Wieso gerade ich? Dieses Gefühl, alleine zu sein. Niemanden zu kennen, der auch diese chronische Stoffwechselerkrankung hat. Einfach allein.

Was ist Diabetes?

Diabetes ist nichts Schlimmes. Ich muss mir nur das spritzen, was dein Körper produziert. 

Es war die eindeutige Unterschätzung. Verdrängt, aus Angst, anders zu sein als andere. Man sieht mir doch meinen Diabetes nicht an. Es dürfte somit eine Leichtigkeit sein, ihn zu verstecken. Die Realität nicht wahr haben wollen. Familie und Freunde belogen und ein Lächeln entwickelt, welches nie der Wahrheit entsprach. Eine Masse von Lügen häufte sich an. Die Tagebücher gefälscht, die guten Werte von der besten Freundin gemessen. Der Hba1c immer höher, der Druck immer stärker, die Kontrollen immer intensiver! Ich möchte nicht anders sein. Ich bin nicht anders – doch ich war anders. Wie interpretieren wir “anders sein”? Ist es positiv oder negativ? Vielleicht ist es das Besondere oder dieses Gefühl von Einsamkeit?

Wie geht es dir und wie fühlst du dich?

Der Insulinmangel macht sich bemerkbar. Die kleinste Belastung zog die größte Erschöpfung mit sich. Die Motivation und Lust am Leben teil zu haben verschwand. Die Konzentration eingeschränkt und all die Kraft aufgeopfert um den Diabetes zu ignorieren. Die Grenzen des Körpers getestet. Doch wie konnte es lebensgefährlich sein, wenn mein Herz noch am Schlagen war? Immer mehr in Gedanken vertieft, zurück gezogen von der Außenwelt. Unerreichbar.

Es ist das Besondere, das Wertvolle. Das was jede einzelne Persönlichkeit aus macht. Es ist der Diabetes, die Erlebnisse, die gesammelten Erfahrungen und die Entwicklung. Es ist die kreative Lebensführung, das Genießen und auch das Scheitern.

Das bin ich, eine Diabetikerin.

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