Feelings

Eine neue Bloggerin? Ihr kennt mich nicht

mySugr Monsterlover

und das ist nicht schlimm, denn ich kenne mich momentan selbst nicht

Stell dich einfach mal vor den Spiegel und sag: Hallo, hier bin ich, ich bin Saskia, Typ 1 Diabetikerin und mag mich genau so wie ich bin und ich bin glücklich.

Nein…, als meine Diafee, also meine Diabetesberaterin, mit der ich weit aus mehr im Kontakt bin, als mit dem dahinter steckenden Arzt, mir diesen Vorschlag entgegen brachte, schossen mir nur bei dem Gedanken daran, diesen Versuch zu wagen, die Tränen in die Augen.

Und wie bin ich in diese Situation überhaupt geraten? Wie kommt Sie darauf, mir so einen Rat zu geben?
Der ausschlaggebende Tag war wohl der 06. Februar 2015. Ich hab einfach nicht mehr den Druck stand halten können und das war mir nicht unbekannt, denn wie oft zuvor, ertappte ich mich dabei, wie ich in meinen Gedanken vertieft auf einen Punkt starrte, bis die Tränen kullerten. Ein Moment in dem man Loslassen kann, sich entlastet fühlt, Energie auftankt um anschließend wieder Lächeln zu können, weiter machen zu können.

Doch an diesem Freitag Nachmittag war es anders. Ich wollte dieses Gefühl „loswerden“ und nicht mehr mit mir alleine aus machen, bis es mich letztendlich doch wieder einholt. Ich habe meiner Diafee eine Whatsapp-Nachricht geschrieben, woraufhin Sie mich sofort angerufen hat, abgesehen von meinem schlechten Gewissen, Sie Freitags Nachmittags mit meinen „Problemchen“ zu stören, taten ihre aufbauenden Worte ziemlich gut. Anschließend vereinbarten wir, dass ich Montags nach dem Wochenende also, in der Mittagspause zu ihr, in die Praxis komme. Was wir geredet haben schien mir fast belanglos, es gibt keine Möglichkeit den Diabetes aus meinem Leben zu entfernen, doch von Bedeutung war, „Irgendjemand“ weiß nun Bescheid. Auf irgendeiner Art, erschien es mir wie eine Befreiung mit gleichzeitiger Eingeständnis, dass der Diabetes und ich noch nicht wirklich Eins sind. Jahrelang dachte ich, dass nur mein Lächeln wirkliche Stärke beweist und die alltäglichen Aufgaben der Diabetestherapie bewältigen könnte und dem war nicht so. Immer wieder bin ich gescheitert, ein hoher Wert nach dem Anderen, die Zahlen waren unerträglich. Doch das durfte doch keiner wissen. Nie habe ich darüber ein Wort verloren, bis jetzt. Bis ich erkannt habe, dass der richtige Weg ist diese Gefühle einfach mal zuzulassen. Nicht immer, nicht jeden Tag, aber hin und wieder sollte Jeder mal zeigen, dass es keine ausgesuchte, gewünschte Krankheit war.

Ich habe mein Messgerät erfolgreich aus meinem Leben geworfen, mir mein Insulin nach Gefühl gegeben und über Jahre diese Lebensweise gemeistert. Ich hatte immer wieder Phasen in denen ich motiviert war, ich wollte meinem Messgerät mehr Aufmerksamkeit schenken und ich kann nicht sagen, dass ich es vergessen hätte. Ich habe fast vor jeder Mahlzeit daran gedacht, ich hatte es immer in meiner Handtasche und doch eine Blockade empfunden.

Ich denke, ich habe zu oft gelächelt. „Stark sein, du musst das machen“. Doch wenn ich hin und wieder mal die negativen Gefühle zugelassen hätte, vielleicht hätten Sie mich anschließend nicht überrollt.

Jetzt gibt es Diafeelings: Diabetes macht Gefühle

Ich möchte hier gerne meine Gedanken mit euch teilen, Informationen weitergeben und Erfahrungen austauschen. Ich kann meinem Diabetes einen positiven Touch verleihen und mich immer wieder so, mit mir selbst und meiner Akzeptanz auseinandersetzen. Es ist Selbsthilfe und gleichzeitig das Beste, Teil einer Community zu sein, die beweist, dass wir nicht alleine sind!

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