Diabetestherapie

Basalinsulin Tresiba ®

Das Basalinsulin Tresiba (Insulin degludec) begleitet mich mittlerweile seit fast einem Jahr und da es mich vor eine Pumpe bewahrt hat, hat es eine große Bedeutung für mich. Doch immer wieder lese ich Fragen zu dem „neuen“ Insulin und dementsprechend auch viele Kommentare, die nicht der Wahrheit entsprechen, wodurch mein Bedürfnis, darüber zu Schreiben entstand. Ich versuche nun, dass Wichtigste, ohne Hieroglyphen zu verwenden, zusammenzufassen.

WAS IST TRESIBA UND MACHT TRESIBA DICK?

Das Tresiba ist eigentlich auch ein ganz normales Basalinsulin, doch unterscheidet es sich enorm in der Wirkungskurve. Das Tresiba braucht von der ersten Injektion an ein paar Tage um den passenden Wirkungsspiegel aufzubauen, anschließend hat sich eine Tresiba-Kette gebildet, welche zu vergleichen ist, mit der Basalrate einer Pumpe, denn nun wird in regelmäßigen Abständen ein Molekül von der Kette gelöst und freigegeben.

Wenn Sie Ihr Arzneimittel zum ersten Mal anwenden, lagert Ihr Körper möglicherweise ungewöhnlich viel Wasser ein. Dies verursacht Schwellungen an den Knöcheln und anderen Gelenken. Normalerweise klingen diese bald ab. (Zitat aus dem Beipackzettel von Tresiba ®, Insulin degludec)

Im ersten Moment ein Schock. Meine Waage zeigte mir 5 kg mehr Körpergewicht an, doch diese verschwanden innerhalb von ungefähr 2 Monaten wieder und ich muss zugeben, äußerlich hat man es mir nicht angesehen. Ich habe es lediglich auf der Waage und an meinen Sockenbündchen festgestellt. Und da ich durch das Tresiba eine fast sofortige Besserung meiner Werte und auch Motivation bemerkte, habe ich diese Nebenwirkung als ein Klacks empfunden und im Endeffekt war es schneller vorbei, als wahrgenommen.

DAS SCHÖNE AM TRESIBA

Für mich wohl der größte Vorteil ist, dass das Insulin nur 1x täglich injiziert werden muss. Das bedeutet, dass ich meine „Tresiba-Kette“ alle 24 Stunden auffülle und dabei kommt es auf ein paar Stunden nicht an. Wenn ich also am Wochenende etwas länger im Bett bleibe, macht das meinem Wert gar nichts. Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden, dass Tresiba morgens zu nehmen, denn jeden Morgen nach dem Aufstehen, stolpere ich ins Badezimmer – Sei es nun um 4:30 Uhr weil ich zum Frühdienst muss, oder um 6:30 Uhr weil ein Schultag ansteht. Die Flexibilität liegt da ganz auf meiner Seite.

Und so habe ich mir meine kleine Erinnerungsbrücke gebaut, denn jeden Morgen tue ich das Selbe, jeden Morgen 25iE aufgeteilt auf beide Oberschenkel und irgendwann schleichen sich Tage ein, wo man sich nicht mehr so sicher ist. Somit weiß ich, dass ich jeden Morgen irgendetwas von meiner kleinen Sammlung verwende und dies darf erst genommen werden, wenn das Tresiba intus ist. So hat jeder bestimmt seine kleine Erinnerungsbrücke, welche Wunder wirkt.

Sollten noch weitere Fragen zum Tresiba offen sein, beantworte ich diese natürlich gerne. In erster Linie ging es mir darum, dass ich viele Meinungen gelesen habe, welche andere Diabetiker davon abgehalten haben, dem Tresiba, trotz ärztlich anerkannter Indikation, eine Chance zu geben. „Tresiba macht dick!“ wurde also zu einem sehr bekannten Thema. Ich möchte auch nicht für das Tresiba werben, jedoch wünsche ich jedem Diabetiker, dem nach ärztlicher Absprache zum Tresiba geraten wird, diese Vorteile auch genießen zu können und sich vorab nicht von negativen Meinungen beeinflussen zu lassen.

Edit: Der Vertrieb von Tresiba ist in Deutschland eingestellt worden.

2 Comments

2 Comments

  • Lina

    Benutzt du DAS tresiba noch ??
    Falls nicht man bekommt die noch aus Österreich bekomme es von der Tk Krankenkasse erstattet.
    Bin auch sehr zufrieden damit danke für den tollen Beitrag

    • Sassi

      Hallo Lina,
      leider nehme ich das Tresiba mittlerweile nicht mehr. Ich wurde auf Toujeo umgestellt und jetzt wieder auf Levemir. Ich hoffe zukünftig einfach nur noch auf eine Pumpe, aber vielen lieben Dank für den Tipp! Ist wirklich super von der TK :)
      Liebe Grüße ♥

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