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Diabetes Lifestyle

Fiasp: brennender Trend!

02.03.2018

Seit April 2017 gibt es von Novo Nordisk das Insulin Fiasp. Angepriesen als Turbo-Insulin, war die Nachfrage sehr groß und die vielversprechende Aussage, dass es noch schneller wirken soll als Novorapid, hat mich nun auch dazu veranlasst, dass Insulin zu wechseln.

FIASP – FASTER ACTING INSULIN ASPART

Fiasp ist ein schnellwirkendes Bolus-Insulin. Durch die Zugabe von Arginin und Nicotinamid (Vitamin B3) gelingt es dem Fiasp nach 4 Minuten im Blut nachweisbar zu sein. Novorapid hingegen ist erst nach 9 Minuten nachweisbar. Der Ansatz dahinter ist natürlich ein nahezu physiologisches Insulin herzustellen, welches den Anstieg nach dem Essen verhindert, oder eindämmt. Langfristig würde das die Diabetestherapie optimal beeinflussen und das Risiko für Spätfolgen minimieren.

NOVORAPID VS. FIASP: WIRKUNG

Das Wirkmaximum von NovoRapid ist nach 1-3 Stunden erreicht und die gesamte Wirkdauer beträgt, genau wie auch beim Fiasp, 3-5 Stunden. Der wesentliche Unterschied liegt nur darin, wann das Insulin dem Körper zur Verfügung steht. Fiasp kann innerhalb der ersten 30 Minuten die doppelte Menge Insulin freigeben im Gegensatz zu NovoRapid und somit viel schneller resorbiert werden. Also auch wenn beide Insuline laut Angaben die selbe Wirkungsdauer haben, scheint es logisch zu sein, dass NovoRapid einen größeren Puffer aufweist, wenn Fiasp schon direkt am Anfang, mit der maximalen Wirkung präsent ist. Dementsprechend muss jeder für sich selbst beobachten, wie der Körper darauf reagiert und ggf. Korrekturfaktoren, Basalrate, etc. anpassen.

DER WECHSEL ZUM FIASP

Auch wenn ich schon zuvor immer sehr gut mit dem NovoRapid zurecht gekommen bin und auch keinen besonders großen SEA (Spritz-Ess-Abstand) einhalten musste, klang das Fiasp sehr verlockend und nachdem endlich die langersehnten befüllbaren Reservoire für die Ypsopump verfügbar waren, wollte ich umgehend das Turbo-Insulin testen. Am Dienstag, den 30. Januar 2018 habe ich also gegen Abend meine erste Ampulle Fiasp aufgezogen und eingesetzt. Alle Faktoren sowie meine Basalrate habe ich vorerst so gelassen und die folgende Nacht lief auch wirklich gut – bis zu dem ersten Bolus.

BRENNEN BEI BOLUSGABEN

Der Bolus von nur wenigen Einheiten hat so unglaublich gebrannt, dass ich mich im ersten Moment richtig erschrocken habe. Jedoch wollte ich dem auch nicht besondere Beachtung schenken, weil immerhin kann sowas durchaus mal vorkommen bei einem Insulinwechsel. Aber das Fiasp wollte doch mehr Aufmerksamkeit haben. Jeder weiterer Bolus brannte sowie auch ein unangenehmes, drückendes Gefühl an der Einstichstelle meines Teflonkatheters entstand. Also: Katheterwechsel! Mit der Zeit hatte ich aber alle möglichen Katheterstellen durch und es brannte immer wieder. Manchmal mehr, manchmal weniger. Aber wenigstens war ich dann vorbereiteter und habe mich nicht mehr bei jeder Bolusgabe erschrocken.

MEINE WERTE MIT FIASP

Ja, ich weiß nicht. An manchen Stellen sieht man schon den radikalen Abfall, wo die Insulinwirkung sofort einsetzt. Aber manchmal musste ich auch einfach mal die doppelte Menge spritzen, bis überhaupt eine Korrektur ankam. Für mich war das letztendlich also sehr unzuverlässig. Meine Faktoren und meine Basalrate musste ich jedoch nicht verändern.

HAUTAUSSCHLAG DURCH FIASP?

Hier findet sich der Grund warum ich das Fiasp nach etwa 3 Wochen abgesetzt habe. Ich habe auf einmal einen unglaublichen, juckenden Ausschlag bekommen. Besonders an den Stellen, wo ich meine Katheter setze, aber auch verlaufend bis auf die Oberschenkel. Ich kann natürlich nicht eindeutig sagen, dass dieser Ausschlag vom Fiasp gekommen ist, aber naheliegend ist es auf jeden Fall. Andere Faktoren, wie Waschmittelwechsel, Bodylotion, usw. konnte ich definitiv ausschließen. Und jetzt wo ich wieder das NovoRapid nehme, ist der Ausschlag auch rückläufig. Wirklich ärgerlich, dass ich darauf so extrem reagiere.

Gewichtszunahme durch Fiasp

Ich habe das nun schon öfters gelesen und innerhalb der Community gehört und hatte während diesen drei Wochen mit Fiasp keine Gewichtszunahme. Jedoch waren es auch leider nur drei Wochen, in denen ich das Insulin getestet habe und ich weiß nicht, ab welchen Punkt da einen Gewichtszunahme beginnen könnte. Trotzdem wollte ich aber das Thema kurz ansprechen, um wenigstens mitzuteilen, dass ich das nicht bestätigen kann.

Eure Erfahrungen?

Ich werde nun erst mal bei dem NovoRapid bleiben, aber trotzdem interessieren mich eure Erfahrungen und besonders ob schon mal jemand die selben Nebenerscheinungen hatte wie ich. Irgendwie bin ich nämlich doch am überlegen, ob ich dem Fiasp hätte mehr Zeit geben sollen, aber ob dieser Ausschlag wohl zurückgegangen wäre? Hinterlasst mir auf jeden Fall gerne ein Kommentar oder eine persönliche Nachricht. Ich würde mich echt über eure Meinungen freuen.

  • Reply
    Felix
    03.03.2018 at 15:36

    Hi Saskia,
    ich hab ähnliche Erfahrungen mit Fiasp gemacht: nach dem ich meinen Diabetologen testweise um einen Fiasp-Pen gebeten hatte, hab ich ihn natürlich zu Hause gleich mal ausprobiert – *zack* brennende Einstichstelle.
    Generell kannte ich ab und zu brennende Einstichstellen zwar schon, aber ein so starkes Brennen war mir bisher noch nicht untergekommen; selbst an einer anderen Einstichstelle hats direkt gebrannt. Das war dann für mich Grund genug, Fiasp nicht weiter auszuprobieren.

    Auf dem BSL-Barcamp hab ich dann mit einem anderen Diabeter darüber kurz gesprochen: er meinte, dass es am Material der Nadel liegen würde, wenn er als Pumper seine Teflon-Nadeln verwendet, hätte er keine Probleme. Für mich war das dann eine mögliche Erklärung, da ich als “Penner” nur Metallnadeln verwende.

    Beste Grüße
    Felix

    • Sassi
      05.03.2018 at 15:10

      Hey Felix,
      also ich habe die ganze Zeit Teflonkatheter und muss leider sagen, dass es doch brannte. Ich denke, dass da jeder Körper einfach unterschiedlich reagiert. Schade, dass wir uns auf dem Barcamp nicht gesehen haben – vielleicht ja dieses Jahr!
      Liebe Grüße,
      Saskia

  • Reply
    Michael
    11.06.2018 at 22:10

    Hi,
    bin seit Mitte Februar mit der Kombination Fiasp/Levemir unterwegs (nur Pens, keine Pumpe) und kann das Brennen nicht nachvollziehen, lediglich einmal, als ich den Pen zu spät aus dem Kühlschrank holte hat es gebrannt, das habe ich dann auf das kalte Insulin geschoben. Nur eine Hypoglykämie in knapp 4 Monaten und nach Justierung der Bolusfaktoren auch nur noch sehr selten Werte über 180, eigentlich nur, wenn wirklich zu viele Kohlenhydrate bei der Mahlzeit im Spiel sind (>100g) oder man sich komplett verschätzt bei Auswärtsmahlzeiten.

    Da ich, wie bereits erwähnt, kein anderes Kurzzeitinsulin aus eigener Erfahrung kenne und mit Fiasp gut zurecht komme (HbA1c erstmals seit Jahren auf 6,1) möchte ich das echt nicht mehr missen.
    Gruß

    Micha

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