Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2

23.07.2017

Diabetes Typ 2 ist eine meist altersbedingte Stoffwechselerkrankung, wobei die Blutzuckerregulierung durch verschiedene Faktoren gestört wird.

PATHOPHYSIOLOGIE:

Die Körperzellen werden mit der Zeit resistent gegen Insulin. Ein schleichender Prozess wird in Gang gesetzt, der es unmöglich macht, dass die Glucose von den Zellen aufgenommen werden kann, weshalb Sie sich anschließend in der Blutlaufbahn ansammelt und für einen erhöhten Blutzuckerwert sorgt. Die insulinproduzierenden Betazellen der Bachspeicheldrüse werden somit kontinuierlich stimuliert Insulin zu produzieren. Der Körper erkennt also den erhöhten Blutzuckerspiegel, jedoch nicht spezifisch das Problem, der Resistenz der einzelnen Zellen. Im Verlauf kommt es zur Überforderung der Bauchspeicheldrüse und letztendlich zur Funktionseinschränkung der Betazellen.

URSACHE:

Bei der Entstehung ist eine genetische Disposition vorhanden. Zusätzlich sind Übergewicht und Bewegungsmangel Faktoren, welche die Entwicklung begünstigen. Auch können erhöhte Blutfette und ein hoher Blutdruck an der Entstehung beteiligt sein (Metabolisches Syndrom). Diabetes Typ 2 manifestiert sich meist nach dem 40. Lebensjahr, weshalb er auch als Altersdiabetes oder Wohlstandsdiabetes bekannt ist.

SYMPTOME BEI DIAGNOSE:

Leistungs- und Konzentrationsschwäche, Abgeschlagenheit, Müdigkeit

Hyperglykämie – erhöhter Blutzuckerspiegel

trockener, gereizter Hautzustand

Exikose

Ausnahmefälle: Polyurie (häufiges Wasserlassen) und Polydipsie (erhöhte Flüssigkeitszufuhr)

DIAGNOSTIK:

(Nüchtern-)Blutzuckerbestimmung, Laborparameter: HbA1c, oraler Glucosetoleranztest (wird eher selten noch gemacht), Die Diagnosestellung erfolgt meist durch einen Zufallsbefund, eventuell weil schon Folgeerkrankungen vorhanden sind.

THERAPIE:

In erster Linie gehört zur Therapie die allgemeine Lebensgewohnheiten anzupassen. Ein gesünderes und aktives Leben wird befürwortet. Also eine gesunde Ernährungsweise, gefolgt von Gewichtsverlust und die Initiative mehr Bewegung in den Alltag einzubauen, beschreiben die Grundbasis.

Antidiabetika wie z.B. Metformin werden meist am Anfang der Diagnose gegeben. Das ist kein orales Insulin, sondern ein Medikament welches die Produktion und Aufnahme von dem noch bestehenden, körpereigenen Insulin fördert. Im Verlauf der Krankheit kommt es oft dazu, dass dieser Weg nicht ausreicht und Insulin gespritzt werden muss.

Therapieformen:

ICT (Intensivierte conventionelle Therapie) Typ 1/ Typ 2

CT (Conventionelle Therapie): Misch- und Kombiinsuline, nur 1-3x tägl. Typ 2

SIT (Sublementäre Therapie): Basalinsulin + feste IE (Insulineinheiten) zu den Mahlzeiten Typ 2

BOT (Basal-Orale-Therapie): Basalinsulin + orale Antidiabetika Typ 2

CSII (Continuierliche subkutane Insulininfusion): Insulinpumpe Typ 1

Bei manchen Diabetikern reicht jedoch vollkommen die medikamentöse Therapie aus. Zum Beispiel ein mal täglich eine Tablette Metformin und alles läuft rund. Auch das zählt natürlich unter Typ 2 Diabetes, ist jedoch die einfachste und leichteste Therapie. Wenn dieser Punkt aber schon überschritten ist, passt der Arzt noch eine zusätzliches Insulinschema an.

CT: Conventionelle Therapie

Dabei bekommt der Patient ein Misch- und Kombiinsulin, 1-3 tägl. zu den Mahlzeiten.

SIT: Sublementäre Therapie

Hier bekommt der Patient feste Einheiten eines Basalinsulins entweder 1-2x tägl. und zusätzlich ein schnellwirksames Insulin zu den Mahlzeiten. Dabei legt der Arzt meistens ein festes Insulinschema an. Die Insulinarten können natürlich variieren und werden von dem Arzt bestimmt. Beispielsweise könnte das so aussehen:

Insulinschema für Patientin: Diafeelings vom 21.07.2017

Morgens 8 Einheiten Protaphane und abends 14 Einheiten Protaphane.

Zu den Mahlzeiten Novorapid nach Schema:

130mg/dl – 160mg/dl                2 Einheiten

161mg/dl – 190mg/dl                4 Einheiten

191mg/dl – 210mg/dl                6 Einheiten

211mg/dl – 240mg/dl                8 Einheiten

271mg/dl – 300mg/dl                10 Einheiten

Wir bitten um erneutes Fax der Blutzuckerwerte in 4 Wochen.

Mit freundlichen Grüßen,

Diabetologische Praxis

BOT: Basal-Orale-Therapie

Dabei bekommt der Patient orale Antidiabetika und zusätzlich ein Basalinsulin 1-2x tägl. Manchmal müssen die Patienten bei dieser Therapieform noch nicht mal ihren Blutzucker testen. Dann reicht eine HbA1c Kontrolle alle drei Monate aus. Jedoch wird dies vom behandelnden Arzt festgelegt.

Gesunde Ernährung und mehr Bewegung

Eine gesunde Ernährung und mehr Bewegung im Alltag verbessert natürlich die Diabetes Typ 2 Therapie. Es ist ein wichtiger Bestandteil, weshalb auch in nahezu jeder diabetologischen Praxis Ernährungsberatungen angeboten werden. Zudem verbessert eine gesunde Ernährungsweise die Blutzuckerwerte und verringert den Insulinbedarf. Mehr Bewegung kann gegen die Insulinresistenz wirken und die Gewichtsabnahme unterstützen.

  • Reply
    Bärbel Puls
    28.08.2017 at 11:49

    Eine sehr informative Seite, die Betroffenen mit Sicherheit weiterhilft. Immer mehr Ärzte und Heilpraktiker sagen aber auch ganz klar: Wer seinen Lebensstil ändert, sich gesünder ernährt und sich viel bewegt, kann seine Diabetes in den Griff bekommen. Auch diverse Studien belegen, dass – mit Änderung des Lebensstils – die sogenannte „Altersdiabetes“ vermieden bzw. positiv beeinflusst werden kann. Einige meiner Blogbeiträge zeigen auf, was Betroffene tun können. So unter anderem auch in diesem Artikel: https://www.wirksam-heilen.de/blog/altersdiabetes-war-gestern/

    Herzlichst Bärbel Puls – Verlag Wirksam Heilen (www.wirksam-heilen.de/blog/)

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