DBW2018

DBW2018: Hey Siri, bitte gib mir 4 Einheiten Insulin (Happy Diaversary)

31.07.2018

Wie sieht dein Diabetes-Alltag in 10 Jahren aus?

Heute feiere ich 11 Jahre mit Diabetes Typ 1. Zufall irgendwie, dass das heutige Thema der #DBW2018 mich dazu bringt, über die kommenden Jahre mit Diabetes zu philosophieren.

Sugarmate und Alexa

Wenn morgens früh mein Wecker klingelt, natürlich mit meinem aktuellen Lieblingssong, dann begrüßt mich Alexa freundlich mit meinem Blutzuckerwert und die LED Anzeige gegenüber meines Bettes zeigt die Glucosekurve der letzten 12 Stunden an. Basalrate perfekt, 90% time in range, starte ich guten Gewissens in den Tag. Während der Kaffee läuft, sendet meine Waage schon das aktuelle Gewicht der Kohlenhydrate an meine Sugarmate App. Die rechnet sofort meine KE‘s aus, bezieht den aktuellen Blutzucker mit ein und schlägt mir einen Bolus vor. „Saskia, möchtest du 5 Einheiten Insulin für dein Frühstück nehmen?“ schallt es schließlich über den Echo Dot. „Ja, gerne.“ erwidere ich und Pia beginnt 5 Einheiten durch den Schlauch zu pumpen. Nach Abschluss der Bolusgabe vibriert meine Pumpe kurz. Check! Ich taumle ins Badezimmer, husch unter die Dusche und frühstücke schließlich mein Müsli. „Saskia, du hast einen SEA von 25 Minuten eingehalten“ erklärt Alexa mir auf Nachfrage. 

Auf dem Weg zur Arbeit läuft natürlich meine Lieblingsplaylist von Spotify, die ich kurz unterbreche um eine Sprachnachricht anzuhören. Über die Lautsprecher meines Autoradios höre ich die Stimme meine Diafee: „Guten morgen Saskia, ich habe mir deine Sugarmate-CGM Daten angesehen. Was hältst du davon zwischen 3-5 Uhr morgens die Basalrate um jeweils 0,5 Einheiten zu erhöhen? Außerdem müssen wir einen Termin vereinbaren zum Blutabnehmen. Liebe Grüße und einen schönen Tag dir“. Parallel dazu erscheint die Push-Benachrichtigung Sugarmate to do list – 2 neue Ereignisse hinzugefügt. 

Siri kann das auch

Unterwegs muss ich meine Kohlenhydrate selber ausrechnen, so auch zur Mittagspause. “Hey Siri, bitte gib mir 4 Einheiten Insulin”, flüstere ich leise in mein iPhone und Pia pumpt und vibriert. Check. Zum Nachmittag hin fällt mein Blutzucker langsam ab und neben der Warnung der Sugarmate App, die im schönen pink auf meinem Handy aufleuchtet, reduziert Pia automatisch meine Basalrate. Bei 70mg/dl bleibt mein Trendpfleil also gleichbleibend. Genug Zeit um ein paar schnelle Kohlenhydrate zu naschen. Auf dem Weg nach Hause sage ich Siri, dass sie bitte Traubenzucker auf meine Sugarmate to do list schreiben soll.

Langsam bereite ich schon mal das Abendessen vor, während meine Waage natürlich die Kohlenhydrate speichert, zusammenfasst und an Sugarmate und Alexa übermittelt. Andy ist auch schon auf dem Weg nach Hause und ruft mich kurz an. “Schatz, ich wollte noch eben im Kaufland anhalten. Ich hab’ gesehen du brauchst Traubenzucker?”. Auch die Synchronisation von Sugarmate zu Andys Handy klappt also einwandfrei. Später essen wir gemeinsam und Alexa gibt mir die zusammengerechneten Einheiten Insulin. Vibration. Check. Auf dem Weg ins Bett leuchtet erneut eine pinke Push Benachrichtigung auf: “Katheter wechseln morgen früh nicht vergessen und zwei weitere Ereignisse”. Achja, die Basalrate und mein Arzttermin. Eingekuschelt unter meiner Decke ändere ich eben die Basalrate ab und werfe noch kurz vor dem einschlafen einen letzten Blick auf meine LED-Glucosekurve. 80% in range – good night.

Bestandteile der Wunschvorstellung:

In diesem Alltag würde mein Dexcom automatisch mit meiner Pia, über die Sugarmate App kommunizieren und so ein Closed Loop System darstellen. Alexa und Siri können auf meine Daten zugreifen und Befehle entgegennehmen und sogar ausführen. All das synchronisiert sich mit Andys Handy und auch meine Diabetesberaterin kann jederzeit darauf zugreifen und mir ihr Feedback mitteilen. Die integrierte To do List, wäre der Grund dafür, Kleinigkeiten nicht mehr zu vergessen und einen besseren Überblick zu haben. Jaaa – bestimmt geht da noch mehr Fantasie, aber so würde mir das vollkommen reichen. 

Happy Diaversary to me

Heute vor genau 11 Jahren habe ich die Diagnose Typ 1 Diabetes bekommen. Heutiger Anlass um mit Kaffee, Kuchen, Konfetti und einer Flasche Sekt den Tag zu zelebrieren. Nein, ganz so sehr feiere ich jetzt nicht, aber die Nacht haben wir schon drauf angestoßen und sozusagen rein gefeiert.

Auf 11 Jahre mit der Diabetes Bitch

Letztes Jahr habe ich, zu meinem 10. Diaversary, darüber geschrieben, wie sehr mich die Jahre mit Diabetes geprägt haben und wie dankbar ich für die Zeit bin, in der ich so viele neue Menschen und tolle Freunde, nur wegen dem Diabetes kennengelernt habe. Ich wollte bewusst dem Diabetes etwas Positives zuschreiben und mittlerweile fällt mir das auch gar nicht mehr so schwer. Insgesamt ist mein Diabetes für so vieles in meinem Leben verantwortlich. So viel was ich sonst niemals erfahren hätte und ich wüsste heute nicht wer ich bin, ohne Diabetes.

Feiert euch!

Dieses Jahr möchte ich mir zudem bewusst machen, was für ein beanspruchender Vollzeitjob Diabetes ist und wir dürfen uns durchaus mal einen Tag rausnehmen, an dem wir daran denken und auch einfach mal stolz sein. Jeden Tag arbeiten wir mit Glucosewerten, Kohlenhydraten und Insulinheiten und sind selbst dafür verantwortlich, dass unsere Werte im Normbereich bleiben. Und weil das nicht reicht, schlagen wir uns mit Verordnungen, Anträgen und Widersprüchen rum, um überhaupt erst mal die bestmöglichen Therapiemittel zu erhalten. Ganz abgesehen von den Menschen, die uns mit Zimt heilen wollen – mit denen schlagen wir uns aber auch noch rum. Deshalb ist es nicht nur vollkommen in Ordnung, sondern fast schon erforderlich, dass wir uns einen Tag nehmen und uns feiern. Blaue Muffins, Luftballons, Konfetti – alles hierher bitte!

  • Reply
    Beate
    31.07.2018 at 13:20

    Schöner Artikel und ich kann mir vorstellen, dass das in 10 Jahren geht. =)

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