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Welche Pumpe macht den meisten Müll?

14.10.2017

Wir haben nun vier Wochen lang unseren gesamten Pumpenmüll gesammelt und jetzt stellt sich die Frage, welche Pumpe macht den meisten Müll und natürlich auch, welche den wenigsten Müll produziert. Aber noch viel wichtiger scheint mir die Frage: Was nehmen wir aus dem Projekt für uns selbst mit? Zuerst liegt mir noch auf dem Herzen euch meinen Beweggrund für dieses Projekt näher zu bringen. Ich möchte niemanden verurteilen oder ein schlechtes Gewissen machen. Jeder Müllhaufen der aufgrund von unserem Diabetes entsteht ist berechtigt und trägt zu unserer Gesundheit bei. Ich war überrascht, dass manche Menschen wirklich wegen der Müllproduktion sich für oder gegen Systeme entscheiden, oder dass die Müllproduktion überhaupt ein Entscheidungskriterium darstellen kann. Die Ernsthaftigkeit in diesem Thema ist mir erst beim lesen eurer Kommentare bewusst geworden, denn beginnend war es ausschließliches Interesse, Unterhaltung und Neugier, die mich dazu gebracht haben, bei diesem Projekt mitzumachen. Und auch wenn ich mich mit dem Thema bewusst auseinandersetze, ist der Kaffee den ich einmal in der Woche trinke, aus einer Kapsel! Deswegen nehmt es etwas lockerer..

Ypsopump Müll im Vergleich

Nach insgesamt 30 Tagen und 10 Katheterwechsel, 1 Batteriewechsel und 8 verbrauchte Insulinampullen zeigt mir die Waage ein Gewicht von 344g Pumpenmüll. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mit viel mehr gerechnet, als es letztendlich wirklich ist. Hinzu kommen noch ein paar wenige Blutzuckerteststreifen und mein Freestyle Libre Müllhaufen, nach dem Sensor setzen. Auf die Waage schaffen es also 445g “Diabetes-Müll” nach vier Wochen. Bei Lisa und der Minimed 640G (inkl. Enlite Sensoren und Teststreifen zum kalibrieren) haben sich 484g Pumpenmüll angesammelt, bei Kathy und der Accu Chek Combo 445g und bei Lea mit dem Omnipod 361g, obwohl davon 275g recycelt werden.

Übersicht: Pumpenmüll-Vergleich (Tabelle aufklappen)


Katheter 257g | Insulin 76g | Batterie 11g | Libre & Sonstiges 101g

Welcher Müll ist vermeidbar?

Natürlich muss das Paket in dem meine Libre Sensoren kommen keine Übergröße haben, die mit zusätzlichen Plastikmüll ausgestopft wird und natürlich brauche ich keine Anleitung auf unzählig vielen Sprachen in jedem Karton meiner Katheter. Ich glaube auch, dass eine Packungsbeilage in einem Insulinpaket ausreichen würde anstatt fünf, aber daran werde ich ganz bestimmt nichts ändern können. Wenn ich mir mein Gesamtgewicht von 445g ansehe, dann will ich mich wirklich nicht beschweren. Natürlich geht es anders, aber dabei gibt es auch noch Unmengen an Vorschriften zu beachten, die wir Verbraucher bestimmt studieren müssten.

Insulinverschwendung!

Was mich jedoch wirklich schockiert ist die Insulinverschwendung. Bei meiner Katheterschlauchlänge von 60cm verbleiben nach jedem Wechsel 12 Einheiten im Schlauch und wandern in den Müll. In den letzten 30 Tagen habe ich also 120 Einheiten in den Müll geworfen. Hinzu kommt auch noch, dass die “leeren” Ampullen nie wirklich leer sind. Ich lasse meine Ampulle meistens bis zum letzten Tröpfchen in der Pumpe und wechsele Sie dann eben zwischendurch ohne Katheterwechsel. Das kann auch durchaus mal vorkommen, wenn ich unterwegs bin. Immerhin sehe ich ja morgens, wenn ich das Haus verlasse wie viele Einheiten ich noch habe und kann ggf. direkt eine neue Ampulle in die Handtasche tun, um nachmittags z.B. zu wechseln. Aber auch wenn die Ampulle für die Pumpe leer scheint, ist da noch Insulin drin.

Das sind ca. 9 Einheiten Insulin, die wir als “leer” in den Müll schmeißen. Also kann ich bei meinen 8 verbrauchten Ampullen in den letzten 30 Tagen noch 72 verschenkte Einheiten Insulin zu den sowieso schon verschwendeten 120 Einheiten hinzu rechnen. Insgesamt komme ich also auf 192 Einheiten für den Müll. Im Jahr sind das 2.304 Einheiten, die wiederum 14 volle Ampullen sein könnten. Im Zusammenhang damit, dass Diabetes für manche Menschen auf dieser Welt eine tödliche Diagnose ist, da es dort keinen Zugang zu Insulin gibt, ist das eine erschreckende Zahl, welche ich erst mal sacken lassen muss. Hat sich damit schon mal jemand auseinander gesetzt? Oder hat jemand eine Idee, wie man das Insulin noch mehr ausnutzen könnte?

Mein persönliches Fazit

Ehrlich gesagt hatte ich viel mehr Müll erwartet und bin deswegen auch sehr entspannt, was das an geht. Ich kann die Welt nicht verändern und Packungsbeilagen sind nun mal erforderlich, damit die Produkte auf dem Markt zugelassen und für uns zur Verfügung stehen. Schockiert bin ich über das verschwendete Insulin und wer hier noch Ideen hat, immer her damit! Schreibt mir das gerne in die Kommentare.

Auch finde ich, dass wir gemeinsam zur Nachhaltigkeit beitragen können, indem wir zusammen unsere Produkte verbrauchen. Zuletzt habe ich mein Freestyle Libre Lesegerät von einer Anwenderin bekommen, die auf ein CGM-System umgestiegen ist. Warum sollte ich mir extra ein neues kaufen, wenn es irgendwo in irgendeiner Schublade verstaubt? Genauso habe ich vor ein paar Tagen ein Post gesehen, wo jemand Teststreifen für seine Katze sucht. Warum sollen Sie bei mir ablaufen? Für mich sind 600 Streifen im Quartal viel zu viel, wenn ich mit dem Libre scanne und meinen letzten Quartalsbedarf habe ich noch nicht mal in Anspruch genommen. Ich habe auch schon eine Anfrage von einem Tierheim bekommen, die sich freuen, wenn Sie Teststreifen bekommen. Also ablaufen oder verstauben müssen unsere Sachen nun wirklich nicht, wenn sie anderswo helfen können. Jeder andere Müll der aufgrund von unserem Diabetes anfällt, ist meiner Meinung nach berechtigt und auch nochmal zum Abschluss: Ich finde niemand sollte auf die bestmögliche Therapie verzichten, nur weil die Müllproduktion etwas höher ist. Was sagt ihr dazu? Schaut euch auch gerne folgende Beiträge an, die sich mit dem Pumpenmüll und der Nachhaltigkeit beschäftigen, denn gerade die unterschiedlichen Interpretationen und Fazits machen das Thema spannend.

🌱

Insulea Omnipod – Lisabetes MiniMed 640G – Diapolitan Accu Chek Combo

  • Reply
    Michael Schleier
    14.10.2017 at 12:08

    Hi, ich sehe auf deinem Bild mit der Waage keine einzige Gebrauchsanweisung , habt ihr die nicht mit auf die Waage gelegt.
    Gruß Michael

    • Sassi
      15.10.2017 at 14:04

      Hey,
      in den Insulinpackungen sind die Gebrauchsanweisungen drin und das Buch aus dem Kathetern liegt nur etwas weiter unten drunter, sowie viele andere Kleinigkeiten auch. Die Schüssel sieht auf dem Bild so flach aus, dabei ist das die große IKEA Deko Schale :)
      Liebe Grüße,
      Saskia

  • Reply
    Rebekka
    16.10.2017 at 23:13

    Offiziell soll man es ja nicht so machen wie ich es in der Regel mache… Ich lasse Katheter so lange dran bis sie entweder verstopft sind, oder am stichkanal das Insulin wieder hinaus Läuft (das geht in der Regel 4-5 Tage gut) ich hatte auch noch nie das Problem einer Entzündung. Den Schlauch wechsle ich auch erst wenn er verstopft ist, das kann bis zu 2 Wochen funktionieren! (Einfluss auf mein Zucker hat das nicht – habe einen hba1c von 5,5). Um die Insulin verschwendung in Grenzen zu halten benutze ich auch meine reservoirs öfter als einmal. Es wird sicher Leute geben bei denen diese Vorgehensweise nicht ratsam ist (Wegen Entzündungen oder anderen Faktoren) jedoch funktioniert es bei mir prima und ich spare dazu auch noch Geld 🙂

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