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Blogparade: Das erste Mal mit Diabetes

05.07.2015

Lea von Insulea hat gestern eine Blogparade gestartet, inspiriert von dem #dedoc Tweetchat geht es um das Thema: Mein erstes Mal mit Diabetes.

Das erste Mal Insulin spritzen

Ich war im Krankenhaus. Sitzend auf meiner Bettkante, beobachtet von Mama und der Diabetesberaterin, hielt ich den grün-gelben Pen von Novonordisk in der Hand, darin eine Ampulle Novorapid, darauf eine 6mm Nadel. Das spritzen tat nicht sonderlich weh und ich habe schnell verstanden, wie es funktioniert. Das war zudem auch das erste Mal, dass ich überhaupt Insulin durch einen Pen bekommen habe. In meiner Diabetes-Laufbahn gibt es also  keine Zeit in der meine Mama das für mich machen musste.

Der erste Urlaub mit Diabetes

Ich bin mir nicht genau sicher, aber ungefähr zwei Jahre nach der Diagnose, mit etwa 14 Jahren ging es mit der Schule zur Skifreizeit nach Südtirol in Italien. Das hieß für mich eine Kombination aus: Diabetes, Snowboarden und Organisation im Umgang mit Insulin, Messgerät und Kälte. Während der Woche hatte mich der zuständige Lehrer genau zwei Mal, an unterschiedlichen Abenden gefragt, ob mit meinem Diabetes alles gut wäre. “Ja, ich denke doch”. Auf der Piste sind wir nämlich in kleinen Gruppen gewesen, teilweise mit, sehr häufig ohne Aufsicht und der Diabetes stand dabei überhaupt nicht im Vordergrund. Und das war auch gut so! Ich kann mich an ein paar Unterzuckerungen erinnern, die ich mit Traubenzucker und schnellen Kohlenhydraten abgedeckt habe. Und letztendlich musste ich mich nur ein Mal in den Mittelpunkt werfen, als wir in der Jugendherberge ankamen und ich mich darum kümmern musste, ein Fach im Kühlschrank für meinen Insulinvorrat zu bekommen. Anschließend war ich wirklich froh, dass ich die Skifreizeit, wie jeder anderer Schüler ohne Diabetes, genießen konnte und nicht ständig genervt wurde. Letztendlich lief es sogar so gut, dass ich im folgenden Jahr wieder mit fahren durfte. Heute bin ich vor allem meiner Mama sehr dankbar dafür, dass sie mich hat mitfahren lassen, obwohl sie bestimmt zu Hause durchgedreht sein muss, vor Sorge.

Mein erstes Insulinexperiment / Überzuckerung

Dabei geht es nicht um meine erste Überzuckerung, sondern wie ich experimentiert habe um meinen Wert wieder zu senken. An meine erste Überzuckerung kann ich mich nämlich nicht wirklich erinnern, aber an das folgende Experiment.

Ich war in der Schule. Davon ab, dass ich in dieser Zeit fast chronisch überzuckert war und mein Körper sich schon längst an diese hohen Werte gewöhnt hatte, war ich an einem Punkt angekommen, wo es mir so schlecht ging, dass ich Insulin wollte. Pustekuchen! Mein Pen war leer. Doch man erkennt das da trotzdem noch Insulin drin ist. Also habe ich den Pen auseinander gebaut und einen Bleistift bis vor das Gummi geschoben. Dadurch das ich den Bleistift also weiter runter drücken konnte, als der Pen es möglich macht, konnte ich noch ein paar Einheiten Insulin spritzen. Wieviele Einheiten das waren weiß ich nicht. Um ehrlich zu sein war mir das in diesem Moment auch egal. Es hätte niemals gereicht um wieder in den Zielbereich zu kommen, aber zu mindestens mehr in die Nähe dorthin.

Vorsicht!

Ich kann euch das aber nicht empfehlen und will euch in dem Zusammenhang wirklich darauf aufmerksam machen, dass das ordentlich nach hinten losgehen kann. Man weiß nicht wieviele Einheiten man sich in dem Moment injiziert und deswegen kann das auch ganz schnell in einer Hypo enden.

Meine schlimmste Unterzuckerung

Ich hab auch leider keine Erinnerungen mehr an meine erste Unterzuckerung, aber dafür an meine schlimmste Unterzuckerung. Zu mindestens war ich in einer Situation, die mich einen Moment lang in Angst und Schrecken versetzt hat. Während meiner schlimmsten Phase, war auch das Wörtchen “HI” auf meinem Messgerät regelmäßig zu sehen. Obwohl ich nicht regelmäßig gemessen habe, hat es hat mich nicht aus der Bahn geworfen, wenn es auf kam. Standartmäßig wurden dann 15 Einheiten gespritzt. Danach war gut, oder fühlte sich wieder gut für meinen Körper an. An diesem Tag war es anders. Ich hatte das Blut auf den Teststreifen aufgetragen und dass Messgerät nur noch im Blickwinkel. Ich hatte auch mit nichts anderem gerechnet, als einem freundlichen HI auf dem Display. Ich habe also meine 15 Einheiten (standardmäßig) gespritzt und anschließend stellte sich heraus, dass ich einen guten Wert von 153mg/dl hatte. Auf dem Display war kein HI sondern das Zeichen zum Batteriewechsel erschienen. Einen kleinen Moment geriet ich in Panik, dann futterte ich 15 KE’s gegen meine Unterzuckerung an, die noch nicht eingetreten war. Der niedrigste Wert war dabei nur um die 70mg/dl, aber die andauernde Zeit, hat mich wahnsinnig gemacht.


Wichtig!

Ich möchte euch wirklich nochmal darauf hinweisen, dass dies Erzählungen aus meiner Vergangenheit sind, in der ich meinen Diabetes überhaupt nicht als ein Teil von mir akzeptieren konnte. Diese Lebensweise ist gefährlich und führte dazu, dass ich schließlich drei Tage im ketoazidotischen Koma lag.

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